Passing by ‒ Galerie im Bezirksrathaus Köln-Porz

 

 

 

 

Dauer der Ausstellung: 28. Okt. bis 25. Nov. 2016

 

Galerie im Bezirksrathaus Porz

Friedrich-Ebert-Ufer 64‒70, 51143 Köln

 

 

 

Begleittext:

 

Zwischen subjektiver Realität und Traumwelt, zwischen physischer Präsenz und Illusion, an der Grenze zweier emotionaler Ebenen "bewegen" sich die Bilder von Cami Chepetan, in einem bisweilen nostalgisch anmutenden Versuch, das flüchtige, transitorische, nur kurzzeitig verbindende Element mit der Kamera einzufangen.

 

"Ich entwickle mich nicht, ich reise", sagt einer ihrer Lieblingsautoren, der Portugiese Fernando Pessoa. Wir befinden uns stets auf einer individuellen Durchreise in dieser Welt, vom ersten Augenblick an bis zum letzten Atemzug − sei es reell oder imaginär. Was in uns zurückbleibt, sind einzelne Empfindungen, Interaktionen, Erinnerungen. Die Bilder im Kopf.

 

Und das sind ihre Fotos auch: subjektive Momentaufnahmen, entstanden aus einer inneren Notwendigkeit, das augenblickliche Befinden zu dokumentieren, einen spontanen Gemütszustand, hervorgerufen durch Assoziationen aus der Vergangenheit, zu visualisieren.

 

Cami Chepetans Bilder sind geprägt einerseits von der nachhaltigen Erinnerung ihrer Kindheit und Jugend, dem oft beschwerlichen Leben inmitten karger Landschaften und gesellschaftlicher Kälte im früheren Rumänien − einem politischen Niemandsland −, andererseits von der Erkenntnis der Zerbrechlichkeit und Einsamkeit des Individuums, gepaart mit der Vergänglichkeit jeglichen Seins und der Irreversibilität der Zeit.

 

Cami Chepetan nimmt uns mit dieser Bilderauswahl auf eine leise, meditative, transversale Raumzeit-Reise, in der die statische Einzigartigkeit des Augenblicks nach einem klaren, minimalistischen, beinahe nüchternen Konzept ästhetisiert und "eternisiert" wird, als Erhebungsversuch gegen das Vergessen, die Vanitas − so entfaltet sich in ihren Bildern eine abgeklärte Flüchtigkeit, vielleicht ein "Zauber des seitlich dran Vorbeigehens" (Max Goldt).